In der neuen Update-Folge ihres Podcasts blicken Tobias und Susanne vom domradio.de auf die ersten gut hundert Tage von Papst Leo XIV. zurück. Ein besonderer Moment war für viele Gläubige sein Auftritt beim Jugendfestival in Rom, wo er über eine Million Menschen mit einem kurzen „Guten Morgen“ auf Deutsch begrüßte. Schon an kleinen Details wie seinen Schuhen wird deutlich, dass Leo einen eigenen Stil entwickelt: schlicht und elegant, irgendwo zwischen der Einfachheit von Franziskus und der Tradition Benedikts XVI.
Sprachlich ist er vielseitig – Englisch als Muttersprache, dazu fließend Spanisch und Italienisch –, im Deutschen versteht er viel, spricht aber nur wenig. Charakterlich gilt Leo als eher zurückhaltend, humorvoll und freundlich, dabei weniger spontan als sein Vorgänger. Während Franziskus für überraschende Auftritte und provokante Aussagen bekannt war, hält sich Leo stärker ans Protokoll, wirkt bedächtiger und damit auch kalkulierter.
Trotz seiner ruhigeren Art zieht er enorme Menschenmengen an. Schon in den Sommermonaten kamen ungewöhnlich viele Besucher zu seinen Audienzen, und mit der Rückkehr in die Sommerresidenz Castel Gandolfo brachte er dort nach 13 Jahren wieder päpstliches Leben in die Stadt. Gleichzeitig wächst mit seiner Popularität auch das Sicherheitsrisiko, was im Podcast kritisch angemerkt wird.
Besonders bemerkenswert ist sein Plan, im apostolischen Palast nicht alleine zu wohnen, sondern mit Mitbrüdern aus dem Augustinerorden – fast wie in einer WG. Das zeigt, wie stark er seiner Ordensgemeinschaft verbunden bleibt und wie wichtig ihm Nähe und Gemeinschaft sind. Insgesamt zeichnet sich Papst Leo in seinen ersten Monaten als geerdeter, volksnaher und zugleich traditionsbewusster Papst ab, der Elemente seiner Vorgänger vereint, ohne deren Extreme zu übernehmen.